Clever mit Smart

Seit einigen Wochen kurve ich von Zeit zu Zeit mit einem (gemieteten) Elektromobil herum. Warum? Weil praktisches Wissen besser ist als jeder theoretische Diskurs und ich mir selber ein Bild darüber machen wollte wie Alltags-tauglich E-Mobile Stand 2021 sind.

Klein aber fein

Es beginnt bei der Wahl des Fahrzeuges. Ich habe mich dabei für den kleinen aber schmucken Smart EQ entschieden weil ich als Stadtmensch ein Fahrzeug benötige, dass überall parkieren kann und keinen grossen Wendekreis hat. Die Reichweite ist absolut zweitrangig. Die Anschaffungskosten mache ich hier auch nicht zum Thema denn diese gleichen sich mit der Zeit an. In einigen europäischen Ländern dürfen in einigen Jahren per Gesetzgeber keine Verbrennungsmotoren für Neuwagen zugelassen werden. Unterdessen gibt es ein e-auto Modell von Dacia zum Schnäppchenpreis.

Apropo Reichweite. Ja, der Smart EQ hat nur eine theoretische Reichweite von ca. 140 km, was für eine Elektroauto eher an der unteren Grenze ist. Danach muss er wieder an die Elektro-Zapfsäule. Viele kaufen sich ja heute ein Hybrid-Fahrzeuge um möglichst unabhängig zu sein. Das verteuert das Auto weil es braucht ja dann zwei Antriebsarten und ist wohl mehr so eine Uebergangslösung bis die Zweifel betreffend Reichweite ausgeräumt sind, bzw. bis das Netz der Elektro-Tankstellen gross genug ist. Das ist so ähnlich wie wenn man eine Docking Station für IPhone mit 5 verschiedenen Steckern kauft. Meistens braucht man nur den einen, aber sicher ist sicher….

Persönlich habe ich mein „Experiment“ mit einer gesunden Portion Skepis gestartet. Zwar kann man zu Hause laden wenn man eine entsprechende Ladestation hat installieren lassen aber was wenn man unterwegs ist? Passen die Stecker der Ladestationen? Findet man genug Ladestationen und am richtigen Ort?

Quo Vadis? Zur Tankstelle für e-Autos.

Diese Befürchtungen stellten sich all unbegründet heraus. Zusammen mit dem Smart erhielt ich einen Chip, der mit allen Ladestationen kompatibel ist. Auf dem Smartphone installierte ich mir die App zur Elektro-Tankstellensuche und dann fährt man einfach hin, steckt das mitgeführte Spezialkabel ein und hält den Chip an die e-Säule. Abbuchung des Betrages direkt ab Kreditkarte. Das Tankstellennetz ist recht dicht und zum Teil an Orten wo man es nicht erwarten würde. Der Stecker scheint zumindest innerhalb Europa standardisiert und passt immer. Praktisch, dass viele Einkaufszentren diese direkt in der Parkgarage zur Verfügung stellen, so dass man während dem Wocheneinkauf das Auto aufladen kann. Freude machen auch die Kosten. Ein Smart ist für wenige Fränkli nach 40 Minuten wieder vollgeladen.

Leider geht die Batterieleistung des Smart stark zurück wenn man die Klima-Anlage oder die Heizung einschaltet. Ich habe darum im Sommer eher die Fenster aufgemacht um Reichweite zu sparen! Vielleicht unnötig aber so kann man sich unnötige Tankfahrten sparen.

Das ist hier übrigens kein klassischer Autotest, sondern in erster Linie wollte ich herausfinden wie praktisch oder unpraktisch ein solches Fahrzeug im Alltag ist. Fahrfreude entsteht auf jeden Fall denn der elektrische Smart ist zügig in der Beschleunigung und durch seine Grösse sehr wendig. Ich spreche hier immer von der 2-Plätzer Version. Hinten passt noch gut der Einkauf rein. Für längere Fahrten (+100 km) über Land oder auf der Autobahn nehme ich weiterhin den Benziner aber in der Stadt mit all den Restriktionen und fahrberuhigten engen Strassen ist der Smart unschlagbar.

Hier geht’s zur Steckdose…

Teilweise werden e-Tankstellen auf den Autobahnen speziell ausgeschildert. Sie sind auch nicht unbedingt auf bestehenden Raststätten zu finden. Folgende Ladestandorte habe ich vorgefunden:

  • Shopping Center.
    • Der Vorteil: Man kann während den Einkaufen aufladen.
  • Bestehende Raststätten auf Autobahnen:
    • Bietet sich an weil man ja dann vielleicht gerne einen Kaffe trinkt während man wartet und die Infrastruktur ist schon da.
  • Autobahnparkplätze ohne bestehende Tankstelle:
    • Seltsam eigentlich weil das e-Tanken ja 40 Minuten oder mehr dauern kann und nur rumsitzen ohne Kaffee oder Sandwich? Man hofft, dass dann auch Kioske oder so eröffnet werden.
  • zu Hause:
    • Am Abend anschliessen, am morgen wegfahren. Kostet aber einmalig mindestens 500 CHF für die Ladestation + Installationskosten des Elektrikers. Muss mit der Gemeinde abgesprochen werden und ist an vielen Orten bewilligungspflichtig.
Sparpotenzial: Hoch

Wie schon erwähnt hat das e-Auto grosse Kostenvorteile:

  • Volltanken: viel günstiger!
  • Motorfahrzeug-Gebühren: Vom Gesetzgeber erlassen! (in Zürich auf jeden Fall)
  • Service: Ein e-auto hat viel weniger Teile, die gewartet werden müssen. Die Service-Intervalle sind höher und es kostet weniger.

Knacknuss dürfte die Batterie sein, denn wenn die defekt ist oder nicht mehr sauber lädt dann kann es zünftig teuer werden. Darum kann es Sinn machen die Batterie entweder zu mieten oder ein Auto mit Batterie-Garantie zu kaufen. Oder gleich das ganze Auto zu mieten mit allem inklusive (Service-Kosten etc.)

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Veröffentlicht von Click Coach - Approach the Coach

I’ve been working in IT for over 20 years, mainly within the Microsoft world. Over the years, I’ve come across the same questions and problems again and again. On my blog, I share tips and tricks on all kinds of IT topics. It’s not meant for IT pros — but they’re welcome to read along too! 😊

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