Immer wieder spannend ist es, wenn Informatik-Themen in die allgemeine Berichterstattung überschwappen. Mit KI (Künstlicher Intelligenz) ist es wieder einmal so weit. Es werden wilde Theorien gehandelt:
- KI will die Weltherrschaft übernehmen
- KI macht uns alle überflüssig,
- KI muss gestoppt werden – bevor es zu spät ist
Ist KI eine sogenannte ‚disruptive Technologie‘, das heisst wird sie die Art wie wir leben und arbeiten verändern? Diese Frage kann man mit ‚Ja‘ beantworten, ohne ein Hellseher zu sein. Aber wie genau diese Veränderungen aussehen werden? Dafür ist es noch definitiv zu früh. Der folgende Erfahrungsbericht soll einen Einblick in die Möglichkeiten geben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Ich nutze momentan ChatGPT fast jeden Tag. Und ja, es hilft mir bei der Arbeit. Aber es ersetzt mich nicht. Wie nutze ich ChatGPT? Was kann KI und was kann es nicht? Für mich sind hier die Schlüsselwörter ‚Zeitgewinn‘ und ‚Interaktivität‘. KI kann viel mehr als nur einfache Fragen beantworten.

Das erste, was ich gemacht habe, ist aber genau das. Also dem ChatBot einige einfache Fragen zu stellen, die normalerweise ein menschlicher Helpdesk Mitarbeiter beanworten würde. Fragen wie ‚wie erstelle ich eine Posteingangs-Regel?‘ oder ‚Wie verkleinere ich mein Postfach?‘. Die Antworten waren korrekt und erstaunlich detailliert. Grundsätzlich aber nicht viel anders, als was man auch selber mit einer Suchmaschine finden könnte. Ist ChatGPT also eine Art ‚Let me Google that for you‚? Teilweise schon, aber was die KI ausmacht ist eben das interaktive Element. Ich kann mich mit der KI austauschen und Folgefragen stellen. Dadurch gewinne ich in der Praxis viel Zeit.
Ein grosser Mehrwert ergibt sich auch bei der Auswertung von Logdateien. Manchmal sieht man bei diesen Fehler-Analysen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wenn ich nun ein Logfile an ChatGPT weitergebe, kann er es Zeile für Zeile analysieren und auf Nachfrage einzelne Punkte erklären. Es hilft aber extrem wenn man zumindest weiss wonach man sucht.
Eine weitere Unterstützung ist KI auch beim Programmieren. Ein grosses Thema in der Informatik ist die Automatisierung von immer gleichen Abläufen. Auch hier kann man seine Code an die KI übergeben und diese analysiert ihn. Bei Fehlermeldungen gibt es Tipps, wie zu verfahren wäre oder welche Aenderung zum Ziel führt.

KI macht auch Fehler. Die Antworten stimmen nicht immer. Oft muss man die KI auf Fehler hinweisen und dann kommt oft ein ‚Sorry, ja ist falsch und eigentlich wäre es so‘. KI ist nicht unfehlbar und man muss die Antworten stets überprüfen. KI fragt auch nicht nicht viel zurück und geht gerne von falschen Annahmen aus. Oder schlägt komplizierte Lösungen für einfache Probleme vor.
KI lehnt Hilfe auch gerne mal ab. Finanzielle Fragen beantwortet es fast immer mit „Da müssen Sie Ihren Finanzberater fragen….“ oder das klassische „Da müssen Sie den Hersteller kontaktieren….“ Zu vielen Fragen folgt ein langer ‚Disclaimer‘ was vermutlich ein Hinweis auf die amerikanischen Wurzeln von ChatGPT ist. Wann wird der erste ChatBot verklagt weil er falsche Antworten gegeben hat?
Natürlich kan man auch lustige Dinge tun, wie sich ein Lied oder ein Gedicht erfinden lassen aber das geht dann mehr unter das uralte und sehr menschliche Thema Zeitvertreib. So wie man sich ja im Internet auch Katzenvideos oder Memes anschauen kann.
Angst davor ersetzt zu werden habe ich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit ChatGPT überhaupt nicht. Mein bisheriges Fazit ist, dass KI am meisten dort eine Unterstützung ist, wo man schon selber Bescheid weiss. Ich glaube es wird uns alle produktiver machen im Sinn eines Hilfsmittels aber es wird zumindest vorläufig niemanden ersetzen. Wenn wir heute auf eine Hotline anrufen, müssen wir uns zuerst durch ein idiotisches Menu wählen und dann stehen wir zehn Minuten in der Warteschlange. Wenn statt dessen eine KI Stimme meine Frage entgegen nimmt und beantwortet, dann wird kein einziger Arbeitsplatz vernichtet aber es ist eine qualitative Verbesserung. Wenn KI nicht Bescheid weiss, wird man zum menschlichen Mitarbeiter durchgestellt, wie bisher.
Im Moment ist ChatGPT von OpenAI noch experimentell und kostenlos aber wer will kann ein Pro Abo lösen, bei dem man angeblich schneller Antwort erhält. Ebenfalls ist zu beachten, dass man nicht anonym ist und der komplette Verlauf gespeichert wird. So wie der Suchverlauf bei Google etc. ja auch kein grosses Geheimnis ist.

Zum guten Schluss noch einmal eine Erinnerung an wichtige Seiten:
- Die Feedbackseite „Vorschlaghammer“ – hier kannst Du Fragen stellen oder Wünsche oder Ideen einbringen
- Die T-Shirt Seite – hier kannst Du das ClickCoach Team unterstützen und dabei noch gut aussehen