
Ein Tausendsassa ist ein Universalgenie, ein Alleskönner. In einer perfekten Welt wären wir alle Tausendsassas und hätten unbegrenzte Zeit und Möglichkeiten. Wenn wir ein Möbel brauchen, gehen wir mit der Axt in den Wald, fällen einen stattlichen Baum und schreinern daraus einen edlen Stuhl oder Tisch. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir zu IKEA gehen und dort ein halbfertiges Produkt kaufen, dass wir dann selber zusammenbauen damit es dann hoffentlich ungefähr so aussieht wie im Prospekt. Oder wir beauftragen einen Handwerker unser Traummöbel zu schreinern und fixfertig zur Haustür zu liefern.

Ebenso verhält es sich bei der IT. Schauen wir uns das ganze am Beispiel einer Website an. Wir können einen Rechner aus Einzelteilen zusammen bauen unter unseren Schreibtisch stellen, selber das Betriebsystem installieren und einen Webserver und darauf eine Website betreiben. Was haben der Möbelbau und IT gemeinsam? Es braucht viel Zeit und Knowhow um alles selber zu machen. Wenn man das hat, kann man teilweise Kosten sparen. Es kommt aber der Punkt wo selber machen teurer ist als delegieren, vor allem wenn man anfängt die eigene Arbeitszeit mitzurechnen. Und der Tag hat bekanntlich nur 24 Stunden. Es gibt aber wie beim Möbelbau verschiedene Abstufungen von selber machen bis komplett auslagern.

IaaS – Infrastructure as a Service
Du brauchst keine eigenen Server zu kaufen und kein Rechenzentrum zu betreiben sondern nutzt nur die fixfertig zur Verfügung gestellte Infrastruktur und installierst dort deine eigenen virtuellen Rechner. Bezahlt wird nur was aktiv genutzt wird. Für das Installieren von Updates etc. ist man aber weiterhin selber verantwortlich.
PaaS – Platform as a Service
Du möchtest dich nicht um Server Betriebsysteme / Datenbanken etc. kümmern sondern nur deine Applikation programmieren. Du kaufst dir dazu beim Betreiber eine fertige ‚Platform‘, mit Webserver, Datenbank etc. in die du dich nur noch einklinkst. Das im Unterschied zu IaaS wo du die SQL Datenbank noch selber installieren musst. Du bist bei PaaS für die Applikation verantwortlich und nur für die Applikation und kannst dich auf’s Wesentliche konzentrieren. Auch das ist ein ‚Pay-as-you-Go‘ Modell.
SaaS – Software as a Service
Du willst dich um gar nichts kümmern sondern nur eine Standard-Softwarelösung nutzen, die dir alle Funktionen die du brauchst zur Verfügung stellt. Du kannst zwar einige Einstellungen machen aber im Wesentlichen bist du nur ‚Konsument‘ der Software. Bei dieser Lösung kommt in der Regel ein Abomodell zum Tragen.
Gemeinsamkeiten
Alle drei Modelle haben den Vorteil, dass keine Vorinvestitionen getätigt werden müssen und dass die Kapazität je nach Bedarf herauf- und heruntergefahren werden kann. Dein Unternehmen muss expandieren? M365 Lizenzen zuschalten und gut ist. Du machst einen Sonderverkauf in deinem Webshop an Weihnachten und brauchst mehr Rechenleistung? Ein paar Klicks im Azureportal und schon ist das Thema erledigt.
Microsoft Azure und das darauf basierende M365 bieten all diese Optionen, die auch kombiniert werden können.Natürlich hat das alles seinen Preis, den auch Microsoft muss seine Investitionen wieder zurückholen. Aber es dürfte einiges preiswerter sein, alls selber ein Rechenzentrum zu betreiben.

Ressourcen
- Azure Portal – Ein Testabo ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Neuanmeldungen erhalten einen Startkredit, damit alles ohne Kostenfolge ausprobiert werden kann.
- Preisrechner – Was wäre wenn? Mit wenigen Klicks kann man sich ein Bild davon machen, was es pro Monat kostet einen oder mehrere Systeme in der Cloud zu betreiben.
- M365 für zu Hause oder M365 für das Büro. Office kaufen ist vorbei, lieber mietet man sich ein und bekommt so auch kostenlos die neuen Versionen.
Weiteres
Gibt es denn auch Nachteile wenn man die Kontrolle teilweise oder ganz an einen Cloud Provider abgibt? Die Entwicklung bei Cloud Lösungen der grossen Anbieter ist extrem dynamisch, laufend kommen neue Anwendungen dazu aber es werden auch Anwendungen oder Features abgekündigt. Als ‚Consumer‘ kann man dann wenig Einfluss nehmen und muss sich dem Hersteller anpassen. Man sollte sich daher auch schon frühzeitig überlegen was zu tun ist ,wenn ein Anbieter seinen Betrieb einstellt oder ein Produkt nicht mehr anbietet. Komme ich noch an meine Daten?
Das ist der erste Teil einer mehrteiligen Serie über Cloud Services. Die weiteren Themen werde ich auf Grund von eurem Feedback wählen.
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