Private Bilder im Internet

Privates lieber zu Hause speichern

Daten speichern in der Cloud. Das machen heute viele und es kann ja durchaus Sinn machen, denn es ist schnell eingerichtet und kostet zumindest am Anfang fast nichts. Und was nichts kostet muss ja gut sein… 🙂 Einer der bekannteren Anbieter ist sicher Dropbox aber es gibt unterdessen recht viele, die in diesem lukrativen Teich mitfischen. Aber was bedeutet eigentlich Daten speichern in der Cloud?

Grosse und kleine Fische im Cloud Storage Teich

Es bedeutet erstmal, dass ich meine privaten und persönlichen Daten auf fremden Systemen im Internet speichere. Ich kann von überall her darauf zugreifen solange ich mich an das Passwort erinnere. Das können andere auch. Ich spreche nicht nur von Hackern sondern von den Angestellten in den Betrieben, die den Cloud Dienst anbieten. Dropbox hat um die 2’500 Mitarbeiter. Wie steht es um die Sicherheit? Cloud ist ein anderes Wort für Outsourcing. Ich mache etwas nicht mehr selbst sondern ich vertraue darauf, dass jemand anders es besser macht. Ob ich nun die Cloud als Hauptspeicher nutze oder ’nur‘ für die Sicherungen meiner Daten im Notfall bleibt dabei unerheblich. Ich habe die Kontrolle über meine Daten aus der Hand gegeben und zahle erst noch dafür. Auch wenn diese Dienste zuerst fast immer kostenlos sind (bei Dropbox sind es 2GB, danach muss die Kreditkarte gezückt werden). Früher oder später wird der Betreiber des Dienstes seine Investitionen wieder hereinholen wollen. Nutzt man einen Gratisdienst kommt dann noch penetrante Werbung für Zusatzdienste dazu.

Bei Interdiensten kauft man oft die Katze im Sack…

Eine kleine Geschichte aus persönlicher Erfahrung: Vor einigen Jahren war ich beim Cloud Backupdienst Mozy angemeldet und habe meine Daten regelmässig gesichert. Leider wurde Mozy dann aufgekauft und den Kunden wurde eine recht sportliche Uebergangsfrist gegeben um auf den neuen Service Carbonite umzustellen. Dazu hätten alle Daten neu gesichert werden müssen und historische Sicherungen wären auch weg gewesen. Und das obwohl der Dienst nicht gerade günstig war, er kostete ca 200 USD pro Jahr. Zu Anfang war das noch preiswerter gewesen aber Mozy hatte nach und nach neue Preisstrukturen eingeführt.

Wir liefern uns also mit Cloud Diensten dem jeweiligen Anbieter aus. Die oft gehörte Behauptung „man kann ja den Anbieter jederzeit wechseln“ ist eine Schutzbehauptung, da jeder Wechsel mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Man sollte sich daher zweimal, nein, lieber dreimal überlegen ob man die Kontrolle über zentrale IT Dienste an Drittfirmen übergeben will und sollte auf jeden Fall auch wasserdichte Verträge abschliessen. Private haben hier leider nicht so viele Marktmacht.

Synology ds720 mit 2 Disk Einschüben

Was kann ich im Privatbereich tun? Was ist meine Alternative? Ein NAS kaufen. NAS steht für Network Attached Storage. Im Verkäuferjargon: Private Cloud, also der zentrale Speicher zu Hause, von mir selbst betrieben und eingerichtet. Das ist gar nicht so kompliziert wie es tönt. Ein modernes NAS ist heute einfach anzuschliessen und einzurichten.

Es ist, um nochmals mit Nachdruck darauf hinzuweisen, sehr heikel wenn ich eine grössere Fotosammlung oder persönliche Daten nur auf meiner lokalen Festplatte sichere. Ein 08/15 PC, den ich im Laden um die Ecke oder im Internet kaufe hat eine Festplatte und die hat eine bestimmte Lebensdauer. Geht die Festplatte kaputt und ich habe keine Sicherung, dann ist alles futsch.

Daten ohne Sicherung ist wie Klettern ohne Sicherheitsleine

Was sind die Anforderungen an ein gutes NAS für daheim:

  • Redundanz
    • Das heisst, die Daten werden nicht auf einer einzelnen Festplatte gespeichert sondern auf mehreren (RAID 1, 5, etc.). Fällt eine Platte aus, arbeiten die anderen weiter und ich kann das defekte Teil austauschen und trotzdem weiter arbeiten.
  • Skalierbar
    • Das NAS sollte mehrere Festplatte-Einschübe haben. Beginne ich mit 2 Platten kann ich nachher bei Datenwachstum weitere zufügen und mein System erweitern
  • Einfache Einrichtung
    • Eine Benutzeroberfläche mit der auch Anfänger zurechtkommen und wo mir für Grundeinstellungen die richtigen Vorschläge gemacht werden
  • Applikationen
    • Ein gutes NAS wird auch Applikationen haben, die bei der Fotoverwaltung bei Musik-Bibliotheken oder Video-Streaming helfen
  • Anschlüsse
    • Die Möglichkeit das Gerät entweder per USB direkt oder per Netzwerk anzuhängen. Warum? Ein Netzwerk ist eine Fehlerquelle. Auch bei einem Netzwerkausfall will ich jederzeit auf meine Daten zugreifen können.
  • Sicher
    • Regelmässige Software Updates und moderne Anmelde-Möglichkeiten runden das Bild ab

Meiner Meinung nach ist Synology führend in diesem Bereich. Mit dem DiskStation Manager 7.0 kommt dieser Tage eine neue Benutzeroberfläche für NAS auf den Markt. Bereits die Betaversion sieht sehr professionell aus.

Im NAS Dschungel den Durckblick behalten

Aber welches NAS ist das richtige für mich? Synology stellt eine einfache Auswahlhilfe zur Verfügung, die nach wenigen aber gezielten Fragen einen Vorschlag präsentiert.

Welche Erfahrungen habt ihr selbst mit NAS oder Cloud Speicher gemacht? Hast Du eine Frage an den Coach zu Synology oder NAS? Nutze den Vorschlaghammer oder die Kommentarfunktion um Dich an der Diskussion zu beteiligen.

Das allseits beliebte Coach T-Shirt gibt es ebenfalls weiterhin hier.

Veröffentlicht von Click Coach - Approach the Coach

I’ve been working in IT for over 20 years, mainly within the Microsoft world. Over the years, I’ve come across the same questions and problems again and again. On my blog, I share tips and tricks on all kinds of IT topics. It’s not meant for IT pros — but they’re welcome to read along too! 😊

Hinterlasse einen Kommentar