
Wer kennt sie nicht, die schnellste Maus von Mexiko? Arriba, arriba!
Mit dem neuen Jahr kam bei mir jetzt auch ein neuer Internet-Provider ins Haus. Als Stadt-Zürcher profitiere ich schon länger vom gut-ausgebauten Glasfaser-Netz und dem Wettbewerb der Anbieter. Zum Wechsel bewogen hat mich ein einwöchiger Unterbruch der Verbindung nach einem Kabelbruch. 4G WLAN Hotspot über das Mobiltelefon ist einfach nicht gleichwertig. Vom Kundendienst wurde ich von Pontius zu Pilatus geschickt und wieder zurück. In Zürich ist das Glasfasernetz in vielen Stadtkreisen in der Verantwortung des Elektrizitätswerkes (EWZ) aber auch wenn es immer das gleiche Netz ist, man muss sich für einen Dienstanbieter (zu neudeutsch: Service Provider) entscheiden. Bei Ausfällen schieben sich nun Service Provider und Netzverantwortlicher jeweils den Ball zu. Geholfen hat schlussendlich ein Telefon an den eigentlichen Dienstleister, der die Kabel verlegt. Dieser ist wiederum eine 100-prozentige Tochter der Firma Swisscom. Warum war das Kabel überhaupt beschädigt? Eine Baustelle in der Nähe und ein unvorsichtiger Baggerfahrer und mehr muss ich hier nicht sagen, oder?
Natürlich ist das eine Klage auf hohem Niveau. Eine Woche ist ja kein Weltuntergang. Blöd einfach, wenn man gerade zum permanenten Home Office verdonnert wurde und auf diese Leitung angewiesen ist. Als Gewohnheitstier wäre ich nun vielleicht doch beim aktuellen Anbieter geblieben aber dann stiess ich auf das Angebot von Salt.
Gleichviel zahlen bei zehnfacher Geschwindigkeit? Ok, mein Interesse ist geweckt und schlimmer kann es ja nicht werden. 🙂 Online bestellt und schon wenige Tage später bekomme ich die Salt Fiber Box frei Haus geliefert. Mein einziger Kritikpunkt: Das Ding ist einfach etwas unförmig und gross! Zum Vergleich hier ein Apple TV Teil nebem einem Salt Böxlein…

Aber das Riesending ist offenbar von einem bekannten Designer mitentworfen worden, dann ist es ja ok. Spass beiseite: Die Inbetriebnahme war sehr einfach und schon nach wenigen Minuten genoss ich das neue Angebot.
„10GB! Schnellstes Internet der Schweiz!“ Bei solchen und ähnlichen Werbeangeboten muss man natürlich immer sehr aufpassen. Wenn ich einen Speedtest mache bei cnlab oder Ookla, dann erreiche ich bestenfalls 1GB also ein Zehntel der angepriesenen Geschwindigkeit. Das ist aber logisch, denn es handelt sich um einen ‚End-to-End‘ Test. Mit anderen Worten, nur wenn alle Systeme in der Kette auch 10 GB Anschlüsse haben, kann ich überhaupt die angepriesene Geschwindigkeit erreichen. Das ist so wie wenn man mit dem Velo versucht auf der Autobahn zu fahren. Da kann man treten und treten und wird doch nicht die 120 km/h erreichen… Da meine Netzwerkkarte eine 1GB Karte ist und auch mein Ethernet-Switch nur mit 1GB unterwegs ist, bleibt 10 GB voerst ein Traum. 10 GB wird zwar immer preiswerter aber das wird warscheinlich noch ein paar Jährchen dauern bevor der 08/15 PC aus dem MediaMarkt standardmässig eine 10GB Netz NIC verbaut hat.

Warum kann es sich trotzdem lohnen heute schon ein 10 GB Abo zu lösen:
- Wenn ich meine Internetleitung mit anderen im Haushalt teile
- Wenn ich gleichzeitig mehrere grosse Dateien herunterladen möchte
- Wenn ich für die Zukunft gerüstet sein möchte
Und wenn ich das Salt Abo wähle, ist das nicht einmal teurer als ein vergleichbares 1GB Abo eines Konkurrenten.
Wie alle Dienstanbieter versucht auch Salt seine Kunden mit Bundles zu locken. Für Handy-Abonnenten gibt es Zusatzrabatte. Auch werden Extra-Dienste wie Salt TV angeboten, die aber kostenpflichtig sind. Ich rate grundsätzlich von Bundles ab, da ein vermeintlich günstiges Angebot von der Anbieterseite mit einem Vertragszwang und mehrjährigen Verträgen abgesichert wird. Wenn ich nun während der Laufzeit ein besseres Angebot finde, kann ich nicht wechseln bis der Vertrag abgelaufen ist oder ich muss eine hohe Wechselgebühr bezahlen.
Ich bin nun seit 2 Tagen auf Salt und mein zugegeben etwas subjektiver Eindruck ist, dass sich das Angebot lohnt. Knacknuss ist aber auch hier der Kundenservice. Sollte sich der als schlecht herausstellen, bin ich „Arriba, Arriba“ wieder weg, so wie die schnellste Maus von Mexiko.