Zeit ist Geld

Take it easy

Lieber ClickCoach: Gibt es beim genialen Produkt ‚Plume‘ (Mesh Netzwerk) nur Vorteile oder wann würdest Du es eher nicht empfehlen?

Frage an den ClickCoach von Blog-Leserin G. aus U. (Name der Redaktion bekannt)

In einem früheren Beitrag habe ich über Plume berichtet. Das ist ein Mesh WLAN, dass durch sein elegantes Design und den einfachen Setup beeindruckt. Mesh WLAN ist ein Marketing Ausdruck für ein „intelligentes“ WLAN bei dem mehrere Access Points sich automatisch miteinander verbinden und ein möglichst flächendeckendes Netz bilden. Es gibt hier unterdessen sehr viele Anbieter und Produkte aber persönlich gefällt mir Plume sehr gut weil es eben in ca. 5 Minuten in Betrieb genommen werden kann.

Plume gibt’s schon länger (das Video ist von 2018) und es wird stetig weiter entwickelt. Gerade die Einfachheit macht es zum Verkaufsschlager. Auch ich bin immer noch ein Fan und was ich hier Berichte ist aus Praxistests und nicht einfach nachgebetet aus Produkt-Prospekten. Aber wie jedes Produkt gibt es auch die ‚dunkle Seite‘ (Die Macht ist stark in Dir Luke…)

Plume selbst spricht von ‚Adaptive Wifi‘ und hat gemäss eigenen Angaben bereits über 20 Millionen Haushalte erreicht. Plume ‚lernt‘ welche Geräte angeschlossen sind, welche Websiten besucht werden und nutzt das Gelernte um die WLAN Verbindungen stetig zu verbessern.

Das ist ja einfach! Wo ist der Haken?

Im Klartext heisst das, es ist ein ‚Phone Home‘ Produkt, dass Informationen an die Firma Plume weitergibt. Was macht Plume mit den Daten? Keine Ahnung weil, das steht nirgends so genau. Ich habe mir die Mühe gemacht den ‚Legal Disclaimer‘ (auch bekannt als CYA (Cover your Ass) zu lesen auf der Plume Website und da wird es klarer:

„You acknowledge and agree that Plume reserves the right to, and may from time to time, monitor any and all information transmitted or received through the Plume HomePass Services for operational and other purposes“

Wenn man Plume kauft ist fast immer ein ‚HomePass‘ Abo schon dabei. Plume unterscheidet zwischen einem ‚aktiven‘ Modus (ständige Optimierung) und einem passiven Modus. Passiv bedeutet, das Abo ist abgelaufen und es wird nicht mehr „optimiert“. Aber: Das HomePass Abo beinhaltet eben auch viele Sicherheits-Features und filtert gefährliche Internet-Seiten. Aber seit Spiderman wissen wir: ‚mit grosser Macht kommt grosse Verantwortung‘ Man übergibt hier ein Stück Verantwortung an den Hersteller und hofft, dass er es schon gut machen wird. Das ist aber eigentlich immer so, egal ob ich telefoniere, Zeitung lese oder Kreuzworträtsel beantworte. Wenn ich einen Service nutze muss ich mich auf den Anbieter verlassen können, sonst kaufe ich das Produkt nicht. Aus diesem Grund bleiben viele bei Swisscom und wechseln nicht weil ‚man sich kennt‘ und auf das Image vertraut. Darum stufe ich das nicht als sehr negativ ein, denn ein Anbieter der sehr viele Kunden hat wird seine Reputation schützen wollen und sich gut überlegen was er tut sonst ist er schnell weg vom Fenster. Wichtiger wäre sowieso beim Surfen im Internet nicht alles zu glauben.

Eignet sich Plume auch für das Büro?

Plume ist für Heimnetzwerke entwickelt worden und im Business Umfeld kann es sein, dass es nicht sofort funktioniert wie es in der Werbung versprochen wird (Staun!). Hier ein paar Tipps meinerseits:

  • Plume hat nebem den ‚Automatic‘ Mode für das Netzwerk noch einen ‚Router Mode‘. Dieser findet sich in der App im Untermenü ‚Adapt‘ versteckt hinter dem Zahnradsymbol. Dann vergibt Plume selber IP Adressen an verbunden Geräte.
  • Die beschriebene ‚Phone Home‘ Funktion kann nur funktionieren wenn die Seiten unter ‚*.plumenet.io‘ am Router nicht blockiert werden. Zu Hause kein Problem, im Büro oft eben schon.
  • Ein Plume Gerät ist klein und mobil. Ich kann es zu Hause ausstecken und dann im Ferienhaus wieder anschliessen und es läuft einfach. Es sollten aber unbedingt alle Geräte am gleichen Standort sein, da sie ja sonst kein Netz bilden können!
  • Den Plume nur mit Einverständnis oder in eigenen Räumlichkeiten anschliessen (also nicht im Büro ein eigenes WLAN installieren weil’s so praktisch ist). Sonst gibt’s Aerger mit dem Admin!

Ich würde ehrlich gesagt Plume auch nicht für grössere Umgebungen empfehlen, dafür ist es meiner Meinung nach auch nicht entwickelt worden. Hier gibt es bessere Lösungen wie zum Beispiel Ubiquiti. Aber in Kleinbetrieben kann es durchaus eine sinnvolle Lösung sein weil man das einfach und schnell in Betrieb nehmen kann.

Fazit: Plume ist kein Security Produkt. Es geht um ‚Convenience‘, es soll einfach sein. Dafür zahlt man einen gewissen Preis in zweierlei Hinsicht, den es ist auch nicht das günstigste Produkt auf dem Markt. Aber die eigene Zeit ist auch etwas wert, oder?

Hast Du selber Erfahrungen mit Plume gemacht oder hast ein anderes Thema, dass Dich interessiert? Schreib es dem Coach über den Vorschlagshammer.

„Wir können den Wind nicht ändern aber wir können die Segel richtig setzen.“

–Aristoteles

Veröffentlicht von Click Coach - Approach the Coach

I’ve been working in IT for over 20 years, mainly within the Microsoft world. Over the years, I’ve come across the same questions and problems again and again. On my blog, I share tips and tricks on all kinds of IT topics. It’s not meant for IT pros — but they’re welcome to read along too! 😊

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